Der verbreitete Irrtum: Kamele transportieren einen großen Wasservorrat in ihren Höckern.
Ein Kamel kann erstaunlich lange mit wenig Wasser auskommen. Darum klingt die Vorstellung plausibel, sein Höcker sei ein eingebauter Trinkwasserspeicher. Tatsächlich enthält der Höcker überwiegend Fettgewebe. Dieses Fett ist eine wertvolle Energiereserve, wenn Futter knapp ist. Der Smithsonian National Zoo erklärt den Fettvorrat ausdrücklich als wichtige Anpassung von Dromedaren an trockene Lebensräume.
Der geringe Wasserbedarf eines Kamels hängt mit weiteren Besonderheiten seines Körpers zusammen, darunter der Fähigkeit, Wasserverluste zu begrenzen und größere Schwankungen auszuhalten. Bei mangelnder Nahrung kann ein Höcker kleiner werden oder seitlich herabsinken, weil Fettreserven aufgebraucht werden. Ein ausgehungerter Kamelhöcker hat also mehr mit dem Energiestatus des Tieres zu tun als mit einem leeren Wasserkanister.

Beim Stoffwechsel von Fett kann Wasser entstehen, das macht den Höcker trotzdem nicht zum Speicher flüssigen Trinkwassers.
Datenstand: Redaktioneller Abgleich: 21.10.2026; Studienjahre und Datenbezüge im Text.
Quellen zu diesem Beitrag
Abgeglichen am 21.10.2026. Quellen öffnen die Originalwebsite in einem neuen Tab.Bildnachweis
Ein für einen Ausritt vorbereitetes Dromedar in der Judäischen Wüste. Sein Höcker speichert Fett. AntanO · CC BY-SA 4.0 · Webfassung unter derselben Lizenz, ggf. Ausschnitt.
