Der Ausdruck „hundertjährliches Hochwasser“ klingt, als müsse zwischen zwei derartigen Ereignissen ein Jahrhundert liegen. Fachlich bezeichnet er jedoch eine Hochwasserhöhe oder Abflussmenge, die nach der jeweiligen statistischen Schätzung in einem bestimmten Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Prozent erreicht oder übertroffen wird. Wenn diese Wahrscheinlichkeit über dreißig Jahre gleich bleibt und die Jahre als unabhängig angenommen werden, beträgt die Chance für mindestens ein solches Ereignis rund 26 Prozent. Auch zwei starke Hochwasser kurz nacheinander sind damit keineswegs ausgeschlossen.
Die reale Gefährdung hängt von der örtlichen Situation ab. Veränderungen von Niederschlägen, Bebauung, Flussbett und Klima können die zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit verändern. Der Begriff darf daher nicht als Versprechen verstanden werden, ein Ort bleibe nach einem Hochwasser hundert Jahre sicher.
1 % bezieht sich auf die jährliche Erreichens-/Überschreitungswahrscheinlichkeit eines definierten Abflusses oder Pegels. Das Modell setzt stationäre Verhältnisse und unabhängige Jahre voraus. Keine Vorhersage für einen bestimmten Fluss oder Wohnort.
Datenstand: Mathematische Schlussprüfung: 20.10.2026
So wurde gerechnet
P(mindestens einmal in 30 Jahren) = 1 − 0,99^30 ≈ 0,2602996266 = rund 26,03 %. Zwei Wiederholungen kurz nacheinander sind im Modell möglich; die Rechnung schätzt keine konkrete örtliche Gefährdung.
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