Der verbreitete Irrtum: Wer bei wenig Licht liest, verdirbt sich dauerhaft die Augen.
Ein Buch bei schwachem Licht zu lesen, ist mühsamer als bei einer guten Lampe. Die Augen müssen sich stärker anpassen, die Schrift wirkt weniger kontrastreich und die Konzentration kann sinken. Beschwerden wie Müdigkeit oder zeitweilig verschwommenes Sehen werden dadurch plausibler. Die American Academy of Ophthalmology stellt jedoch klar, dass Lesen bei gedämpftem Licht die Augen nicht dauerhaft schädigt.
Das ist keine Einladung, Sehbeschwerden zu ignorieren. Wer regelmäßig Kopfschmerzen bekommt, Gegenstände unscharf sieht oder Texte nur bei außergewöhnlicher Beleuchtung erkennt, sollte seine Augen prüfen lassen. Gute Beleuchtung steigert den Lesekomfort und hilft, Ermüdung zu vermeiden. Die verbreitete Drohung, man würde sich bei schlechtem Licht dauerhaft die Augen „kaputt lesen“, ist überzogen.
Nicht mit der gut untersuchten Rolle anderer Faktoren bei Kurzsichtigkeit oder Bildschirmnutzung gleichsetzen. Aussagen über unmittelbare Ermüdung sind von den vielfältigen Ursachen der Kurzsichtigkeit zu unterscheiden; Naharbeit und Lichtumgebung sind damit nicht grundsätzlich bedeutungslos.
Datenstand: Redaktioneller Abgleich: 21.10.2026; Studienjahre und Datenbezüge im Text.
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