Teilnehmende sahen kurze Filme von Verkehrsunfällen. Anschließend wurden sie nach der geschätzten Geschwindigkeit der Autos gefragt. Die Forschenden verwendeten unterschiedliche Verben, die den Zusammenstoß mehr oder weniger heftig beschrieben. Bei dramatischer Wortwahl fielen die Geschwindigkeitsschätzungen höher aus. Eine Woche später erinnerten einige Befragte sogar Glassplitter, obwohl im Film keine zu sehen waren. Die 1974 veröffentlichte Studie von Elizabeth Loftus und John Palmer gehört zur Forschung über den sogenannten Fehlinformationseffekt. Unsere Erinnerungen werden beim Abrufen nicht einfach aus einer unveränderlichen Datei abgespielt; spätere Hinweise und Fragen können beeinflussen, was wir berichten. Für journalistische Interviews, Zeugenbefragungen und den Alltag hat das praktische Bedeutung: Die Formulierung einer Frage kann eine Antwort mitprägen.
Unterschiedliche Fragetechniken führen nicht zwangsläufig bei jedem Menschen zu falschen Erinnerungen. Alle interaktiven Aufgaben sind anschauliche Demonstrationen, keine psychologischen Diagnosetests. Ein eigenes Ergebnis belegt oder widerlegt den Forschungsbefund nicht.
Datenstand: Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026; Bezugsjahre der Forschung im Text.
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