Auf einem Schachbrett liegt ein Schatten. Zwei markierte Felder erscheinen unterschiedlich hell, doch ihre Bildpunkte besitzen denselben Grauwert. Der Wahrnehmungsforscher Edward Adelson vom Massachusetts Institute of Technology veröffentlichte die Schachbrett-Schatten-Illusion 1995. Die Erklärung liegt in der Arbeitsweise des Sehens: Wir messen nicht bloß die Lichtmenge an jedem Ort, sondern versuchen auch, Beleuchtung und Materialoberflächen zu unterscheiden. Ein Feld, das innerhalb eines Schattens hell wirkt, kann deshalb denselben Grauwert aufweisen wie ein vermeintlich dunkles Feld außerhalb des Schattens. Legt man die beiden Felder ohne ihre Umgebung nebeneinander, verschwindet der Unterschied im Vergleich. Ein Computer kann den gleichen Farbwert bestätigen; unser Sehsystem interpretiert weiterhin die Szene.

Die identischen Werte gelten für die exakt markierten Bildbereiche, nicht für jedes Feld des Schachbretts. Alle interaktiven Aufgaben sind anschauliche Demonstrationen, keine psychologischen Diagnosetests. Ein eigenes Ergebnis belegt oder widerlegt den Forschungsbefund nicht.
Datenstand: Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026; Bezugsjahre der Forschung im Text.
Das ergänzende Experiment oder Schaubild ist mit JavaScript verfügbar.
Quellen zu diesem Beitrag
Abgeglichen am 21.10.2026. Quellen öffnen die Originalwebsite in einem neuen Tab.Bildnachweis
Adelsons Schachbrett-Schatten-Illusion mit den Feldern A und B. Edward H. Adelson · CC BY 3.0 · Webfassung unter derselben Lizenz, proportional verkleinert.
