Auf den meisten Zeichnungen endet das Sonnensystem kurz hinter Neptun. Dahinter sieht man noch Pluto und einige Zwergplaneten, irgendwann wird der Hintergrund schwarz. Für die Bahnen der bekannten großen Planeten ist das eine brauchbare Darstellung. Für das Gebiet, das durch die Schwerkraft unserer Sonne geprägt wird, greift sie viel zu kurz.
Weit außerhalb der Planetenbahnen vermuten Astronominnen und Astronomen ein riesiges Reservoir eisiger Kleinkörper: die Oortsche Wolke. Sie gilt als Herkunftsgebiet vieler langperiodischer Kometen. Anders als ein Planet oder ein enger Asteroidengürtel wurde diese Wolke bislang nicht als zusammenhängende Struktur direkt abgebildet. Ihre Ausdehnung lässt sich aus Kometenbahnen und dynamischen Modellen abschätzen.
Laut NASA könnte ihre innere Grenze etwa 2.000 bis 5.000 astronomische Einheiten von der Sonne entfernt liegen. Für den äußeren Bereich werden Größenordnungen von 10.000 bis 100.000 astronomischen Einheiten genannt. Zum Vergleich: Die Erde ist eine solche Einheit von der Sonne entfernt, Neptun ungefähr 30. Ein oberer Schätzwert von 100.000 Einheiten entspricht etwa 1,6 Lichtjahren. Das wäre schon ein beträchtlicher Teil der rund 4,24 Lichtjahre bis zum nächsten Stern.
Wie groß die Strecke ist, zeigt eine Raumsonde. Voyager 1 hat die äußere Grenze der Sonnenwindblase, die Heliopause, bereits 2012 hinter sich gelassen und fliegt durch interstellaren Raum. Trotzdem wäre sie nach NASA-Abschätzung bei ihrer bisherigen Geschwindigkeit erst in ungefähr 300 Jahren an der inneren Oortschen Wolke und möglicherweise erst nach Zehntausenden Jahren jenseits ihres äußeren Bereichs.
„Interstellarer Raum“ und „außerhalb des Sonnensystems“ meinen hier also verschiedene Grenzziehungen. Die Heliopause beschreibt vor allem das Ende der vom Sonnenwind beherrschten Region; die Oortsche Wolke wäre eine viel weiter reichende Population möglicher Sonnenbegleiter. Das Sonnensystem besitzt keinen scharf gezogenen Zaun, und gerade seine fernsten Grenzen sind Gegenstand wissenschaftlicher Schätzungen.
Oortsche Wolke hypothetisch und indirekt erschlossen; Außengrenze 10.000–100.000 AE, nicht nachgewiesener scharfer Rand. Voyager-Angaben NASA-Schätzungen, keine exakte Ankunftsprognose.
Datenstand: NASA-Schätzungen zur Oortschen Wolke; Voyager-Heliopausenübertritt 2012
So wurde gerechnet
100.000 AE ÷ ca. 63.241 AE/Lichtjahr ≈ 1,58 Lichtjahre; Neptun ≈ 30 AE; obere Oort-Schätzung somit 100.000 / 30 ≈ 3.300-facher Neptunabstand.
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