Manche Melodie, ein unbekanntes Schriftzeichen oder eine grafische Form erscheint uns bei der ersten Begegnung belanglos. Nach wiederholtem Kontakt kann dieselbe Sache angenehmer wirken. Der Psychologe Robert Zajonc beschrieb diesen sogenannten Mere-Exposure-Effekt bereits 1968. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2017 untersuchte die Beziehung zwischen wiederholter Darbietung, Wiedererkennen, Vertrautheit und Gefallen. Sie bestätigt den Effekt für viele visuelle Reize, zeigt aber auch Grenzen: Die Zunahme des Gefallens ist nicht unbegrenzt, und bei sehr häufiger Wiederholung kann sie wieder abnehmen. Der einfache Satz „Je öfter, desto besser“ trifft die Forschung daher nicht. Wie stark Vertrautheit wirkt, hängt vom Reiz und von der Darbietung ab.
Die Metaanalyse fand nicht dieselben Muster bei allen auditiven Reizen. Der Effekt ist keine universelle Erklärung für Vorlieben oder politische Überzeugungen. Alle interaktiven Aufgaben sind anschauliche Demonstrationen, keine psychologischen Diagnosetests. Ein eigenes Ergebnis belegt oder widerlegt den Forschungsbefund nicht.
Datenstand: Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026; Bezugsjahre der Forschung im Text.
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