Zwei Porträts liegen nebeneinander, die Versuchsperson wählt das attraktivere aus. Anschließend erhält sie scheinbar ihre gewählte Karte und soll die Entscheidung begründen. Doch ein Trick sorgt dafür, dass mitunter das andere Porträt vorgelegt wird. In der 2005 veröffentlichten Untersuchung erkannten einige Teilnehmende diesen Widerspruch nicht. Sie lieferten trotzdem überzeugend klingende Begründungen für das ihnen präsentierte Gesicht. Forschende nennen das Wahlblindheit. Das Experiment zeigt, dass der Zugang zu den Ursachen unserer Entscheidungen begrenzt sein kann. Erklärungen entstehen teilweise erst dann, wenn wir nach ihnen gefragt werden. Das bedeutet keineswegs, dass jede Entscheidung beliebig wäre; es betrifft bestimmte Situationen, in denen die Manipulation nicht bemerkt wird.
Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass Menschen ihre eigenen Motive grundsätzlich nicht kennen. Ein Teil der Teilnehmenden erkannte den Wechsel.
Datenstand: Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026; Bezugsjahre der Forschung im Text.
