Einen Reißverschluss benutzen wir ohne Nachdenken. Viele wissen auch, wie eine Toilettenspülung zu bedienen ist. Aber könnten wir die einzelnen mechanischen Schritte erklären, aus denen die Funktion entsteht? Leonid Rozenblit und Frank Keil ließen Versuchspersonen 2002 zunächst bewerten, wie gut sie Alltagsgeräte und andere Vorgänge verstehen. Danach mussten die Teilnehmenden detaillierte Erklärungen geben und ihr Wissen erneut einschätzen. Die Selbsteinschätzungen sanken häufig erheblich. Die Forschenden sprechen von einer Illusion der Erklärungstiefe. Wir verfügen oft über ein nützliches grobes Verständnis, das uns im Alltag völlig ausreicht. Erst wenn eine genaue Erklärung verlangt wird, zeigen sich die Lücken. Das ist ein schöner Ausgangspunkt für Welt des Staunens, denn schon eine einfache Frage kann eine überraschende Entdeckung auslösen.
Die Ergebnisse betreffen besonders das Wissen über kausale Mechanismen. Sie sind nicht mit einer allgemeinen Selbstüberschätzung gleichzusetzen. Alle interaktiven Aufgaben sind anschauliche Demonstrationen, keine psychologischen Diagnosetests. Ein eigenes Ergebnis belegt oder widerlegt den Forschungsbefund nicht.
Datenstand: Redaktioneller Quellenabgleich: 21.10.2026; Bezugsjahre der Forschung im Text.
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