Der verbreitete Irrtum: Der typische Regengeruch stammt allein vom fallenden Wasser.
Nach einer längeren trockenen Zeit kann schon leichter Regen einen unverwechselbaren Geruch hervorrufen. Er wird häufig als Petrichor bezeichnet. Beteiligt sind Duftstoffe aus Boden und Pflanzen sowie Verbindungen, die von Mikroorganismen produziert werden. Der Regen selbst muss diese Moleküle nicht enthalten: Die auf den Boden treffenden Tropfen können sie aus der Oberfläche in die Luft befördern.
Forscherinnen und Forscher am Massachusetts Institute of Technology beobachteten mit Hochgeschwindigkeitskameras, wie ein Tropfen auf porösem Untergrund winzige Luftblasen einschließt. Wenn diese platzen, gelangen kleine Aerosole in die Luft. Dieser Mechanismus kann erklären, wie Duftstoffe nach einem Regenschauer unsere Nase erreichen. Besonders interessant: Bei leichtem bis mäßigem Regen können unter bestimmten Bedingungen mehr solcher Aerosole entstehen als bei starkem Regen.
Die MIT-Arbeit beschreibt einen möglichen Transportmechanismus; Petrichor ist kein einzelner chemischer Stoff und tritt nicht nach jedem Regen gleich stark auf.
Datenstand: Redaktioneller Abgleich: 21.10.2026; Studienjahre und Datenbezüge im Text.
