Stell dir fünf Personen vor. Eine kennt alle vier anderen; die übrigen vier kennen nur diese eine Person. Der Mittelwert der Freundezahl pro Person beträgt dann 1,6: Vier haben je einen Freund, eine Person hat vier. Betrachtet man dagegen die Person am anderen Ende eines zufällig ausgewählten gerichteten Freundschaftskontakts, liegt deren mittlere Freundezahl bei 2,5. Die zentrale Person taucht in vier Verbindungen auf und wird dadurch häufiger erfasst als jemand mit nur einer Verbindung.
Dieses sogenannte Freundschaftsparadoxon ist ein mathematischer Effekt der Stichprobenauswahl in Netzwerken. Es bedeutet nicht, dass jeder Mensch weniger Freunde hat als seine Freunde, und es hängt von der genauen Art der Mittelwertbildung ab. Für ein endliches ungerichtetes Netzwerk mit mindestens einer Verbindung ist der kontaktgewichtete Mittelwert mindestens so groß wie der Personenmittelwert. Sind alle Freundezahlen gleich, sind auch die beiden Mittelwerte gleich.
Aussage bezieht sich auf ein ungerichtetes Netzwerk, definierte Kontaktgewichtung und Netzwerkmittel, nicht auf jeden Menschen. Bei gleicher Gradzahl aller Personen ergibt sich Gleichheit statt eines strikt höheren Werts. Fiktive Netzwerke, keine Auswertung realer Freundschaften.
Datenstand: Mathematische Schlussprüfung: 20.10.2026
So wurde gerechnet
Stern mit fünf Knoten: mittlerer Grad (4 + 1 + 1 + 1 + 1)/5 = 1,6. Am Ende eines gleichverteilten gerichteten Kontakts: (4×4 + 4×1)/8 = 2,5. Allgemein E[K²]/E[K] = E[K] + Var(K)/E[K], sofern E[K] > 0.
Das ergänzende Experiment oder Schaubild ist mit JavaScript verfügbar.
